Cancelled

Sat 06. June 2020

19:30 Großer Saal, Musikverein

ORF RSO Wien

Jérémie Rhorer | Wellesz • Casella • Mendelssohn


Festival

Musikverein Festival Wien 2020

 

Cycle

ORF RSO Wien / 5

Jeunesse Abo 07 Auf einen Streich

Jeunesse Abo 13 In die Unendlichkeit

Jeunesse Abo 15 Romantik

 

Organizer

Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Jeunesse

Service

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Remarks

Aufgrund der Verordnung des Magistrats der Stadt Wien betreffend die Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) wurde diese Veranstaltung ersatzlos abgesagt.

Due to the Ordinance of the Municipal Administration of Vienna regarding the measures to be taken to prevent the spread of the corona virus (SARS-CoV-2) this event had to be canceled.

 

Prospero als Klangzauberer

Musik von Egon Wellesz

Mit Vorhersagen soll man sich zurückhalten, aber mit ziemlicher Sicherheit wird das Publikum in der Pause des Konzertes des ORF RSO Wien unter Jérémie Rhorer am 6. Juni über diese Frage diskutieren: Warum ist das Eingangsstück des Abends, „Prosperos Beschwörungen“ von Egon Wellesz, nicht öfter zu hören? 

„Prosperos Beschwörungen“, dieses symphonische Shakespeare-Panoptikum mit pittoresken klanglichen Portraits der Hauptfiguren aus dem „Sturm“, gehört zweifellos zu den wirkungsvollsten Tondichtungen österreichischer Provenienz aus der Zwischenkriegszeit. Und die Uraufführung des Werks im Großen Musikvereinssaal markierte – freilich ganz und gar ungeplant – einen der entscheidenden Wendepunkte in der Geschichte, nicht nur der Musikgeschichte unseres Landes. Aber der Reihe nach. Egon Wellesz? Er galt schon seinen Zeitgenossen zuallererst als einer der bedeutendsten Musikwissenschaftler. Der Wiener Kulturpublizist Max Graf nannte ihn als den „größten Kenner orientalischer und speziell byzantinischer Musik“ eine „Autorität ersten Ranges“. Als Komponist war Wellesz aus der Schule Arnold Schönbergs hervorgegangen. Er war es auch, der die erste Schönberg-Biographie verfasste, die 1920 erschien, als der Lehrer noch nicht einmal seine Methode der „Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen“ publiziert hatte. 

Akribie und Kreativität 

Auch organisatorisch geschickt, stand Wellesz 1922 Pate bei der Gründung der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik. Und er wurde als führender Kenner der byzantinischen Musik und Erforscher von deren Notation bald vom Privatdozenten zum Professor an der Universität Wien. Als Komponist war er eigensinnig genug, sich von den strengen Vorgaben Schönbergs abzunabeln. Zunächst trugen seine Werke noch durchaus den Charakter der Weiterentwicklung der spätromantischen Klangsprache, wie der „Prospero“ lehrt, unter neugieriger Beachtung klanglicher Territorien, die der französische Impressionismus erschlossen hatte...

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