Cancelled

Mon 04. May 2020

19:30 Großer Saal, Musikverein

Sächsische Staatskapelle Dresden

Christian Thielemann | Robert Schumann


Service

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Remarks

Aufgrund der Verordnung des Magistrats der Stadt Wien betreffend die Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) wurde diese Veranstaltung ersatzlos abgesagt.

Due to the Ordinance of the Municipal Administration of Vienna regarding the measures to be taken to prevent the spread of the corona virus (SARS-CoV-2) this event had to be canceled.

 

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Glück ohne Ruh’ 

Schumann, Dresden, Thielemann 

Wenn die Dresdner Staatskapelle unter der sanguinischen Stabführung Christian Thielemanns nach Wien kommt mit Werken Robert Schumanns, des Wahl-Dresdners für ein Jahrfünft, dann ist Schumann einerseits in authentisch deutscher Hand, andererseits längst globales Markenzeichen: Thielemanns Aufnahme aller vier Schumann-Symphonien mit der Sächsischen Staatskapelle, live aufgezeichnet in der Suntory Hall Tokio, wird weltweit hoch akklamiert. Schumann goes global ... Stimmt das so? Oder ist er nicht doch typisch deutsch? 

„Dieser Schumann war bereits nur noch ein deutsches Ereignis in der Musik, kein europäisches mehr, wie Beethoven es war ... mit ihm drohte der deutschen Musik ihre größte Gefahr, die Stimme für die Seele Europas zu verlieren und zu einer bloßen Vaterländerei herabzusinken“ – so Friedrich Nietzsche in „Jenseits von Gut und Böse“ (Nr. 245). Was er mit deutsch meint, ist der romantische Umschlag der musikalischen Strukturen ins Private poetischer Inhalte, in, nochmals mit Nietzsche, eine „Trunkenboldigkeit des Gefühls“. Dass Schumann sich dabei so ungemein an Beethoven orientiert, erweist Thielemanns Wiener Programm mit den Dresdnern: Er wählt, stimmig für den Wiener Mai, die „Frühlingssymphonie“ als Hauptwerk, Schumanns Erste in B-Dur op. 38 aus dem Beginn des Jahres 1841 – nicht etwa die in Dresden entstandene Zweite in C-Dur. Mit seiner Ersten schließt Schumann sich zwar formal an Beethovens Vierte in B-Dur an, füllt aber das Gefäß mit Poesie voller Intimität, wohingegen Beethovens Symphonien „Volksreden“ sein wollen – sagt so hübsch Adorno.

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