Tue 14. January 2020

19:30 Großer Saal, Musikverein

Chicago Symphony Orchestra

Riccardo Muti | Giuseppe Verdi

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Remarks

Das Chicago Symphony Orchestra und Riccardo Muti, die Solisten Krassimira Stoyanova, Daniela Barcellona, Francesco Meli und Riccardo Zanella, der Wiener Singverein und die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien widmeten dieses Konzert dem Andenken an Mariss Jansons (1943 - 2019). Keine Pause.

 

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Reviews

Tuesday, January 14, 2020 | Wiener Zeitung / Hirschmann, Katharina

Riccardo Muti erlöst die Welt

Giuseppe Verdis Requiem im Wiener Musikverein.

Es war nicht gut um die Menschheit bestellt. Bis gestern noch herrschten Kriegsgelüste, Korruption und Neid. Dann kam Riccardo Muti und dirigierte Giuseppe Verdis Requiem.

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Von Engeln und Dämonen

Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“ und Paul Hindemiths Symphonie „Mathis der Maler“: Beim Gastspiel des Chicago Symphony Orchestra unter Riccardo Muti werden hier wie dort himmlischer Jubel und menschliche Verzweiflung Klang. 

Wie singen die Engel? Jahrtausende hindurch haben Komponisten danach gestrebt, wenigstens ein schwaches irdisches Echo des ewigen „Gloria in excelsis Deo“ einzufangen – mochten sie nun einer Religion angehören oder nicht, aus mehr oder minder tiefer Frömmigkeit heraus handeln oder bloß äußeren Aufträgen nachkommen. Anders, neutraler gesagt: Sie versuchten, eine Musik der Leichtigkeit und der Größe zu schaffen, der Erhabenheit und des Überschwangs. Wie klingt andererseits tiefste menschliche Verzweiflung angesichts von Leid und Tod? Wenn der Glaube auf die härteste Probe gestellt wird oder, sofern jemals vorhanden gewesen, längst abgestorben ist, begraben und erstickt unter dem Unsäglichen? Ein Gefühl von Transzendenz kann uns die Kunst allemal schenken, hier wie dort. Riccardo Muti wird nicht müde zu erzählen, wie es ihm bei seiner ersten Aufführung von Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“ gegangen ist – 1972, in der Basilica San Lorenzo in Florenz, als er Chef des Maggio Musicale Fiorentino war. Das bedeutete nämlich: „Verdi in der Kirche Brunelleschis“, das Orchester zwischen den Werken Donatellos, Verrocchios oder Michelangelos ... „Damals war ich wirklich stolz, in einem Land geboren zu sein, das in der Vergangenheit so großartige Köpfe hervorgebracht hat. Aber am Abend, als ich den Einsatz geben wollte, sah ich, wie die Florentiner die Kirche beleuchtet hatten: Die Figuren von Donatellos Kanzeln hoben sich ganz plastisch ab – das hat mich so beeindruckt, dass ich ein paar Sekunden lang gar nicht beginnen konnte. Denn diese Gesichter, die mich da anblickten, so kam mir vor, waren viel dramatischer als das, was ich als Dirigent würde erreichen können ... Ich musste mich dagegen durchsetzen. Diese Atmosphäre habe ich nie wieder so gefühlt.“

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