Sun 26. May 2019

19:30 Großer Saal, Musikverein

Wiener Symphoniker

Philippe Jordan | Hector Berlioz

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Remarks

An Stelle von Bryan Hymel übernahm Saimir Pirgu die Tenorpartie in dem Konzert. Keine Pause.

 

Reviews

Tuesday, May 28, 2019 | Der Standard / Ender, Daniel

Wiener Symphoniker mit Berlioz' Requiem im Musikverein

Je mehr es zu koordinieren gab, desto überzeugender wirkte der perfektionistische Anstrich der Veranstaltung.

Der Titel "Grande Messe des Morts" ist für Hector Berlioz' Requiem-Vertonung nicht zu hoch gegriffen. Das Auftragswerk kam direkt vom Innenminister der Grande Nation, ansehnlich war das Honorar für das Gedenkstück für die Opfer der Julirevolution.

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Tod, wo ist dein Tenor!?

Berlioz' "Grande Messe des Morts"

Und die Seele tobt durch Himmelshöllen und zimmert sich ein unerhörtes Theater für Jenseitsszenen. Das „Requiem“ des Hector Berlioz, porträtiert von Gerhard Stadelmaier. Auf- geführt wird es Ende Mai von den Wiener Symphonikern, Bryan Hymel (Tenor) und dem Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, dirigiert von Philippe Jordan.

Die Affäre war ganz und gar nach dem Geschmack des jungen Mannes (da war er knapp vierunddreißig) – den er sich in seinen späteren Memoiren noch einmal auf der nachgenießenden Alterszunge zergehen ließ. Denn er schrieb genauso überwältigend gute Prosa und vor allem Kritiken, wie er als Komponist schaffenszeitlang ein Überwältigungsmusiker war. Jetzt aber, 1837, der Skandal; die Intrigen; Feinde bis in höchste politische und künstlerische Kreise; ein zunächst schäbigst verweigertes Honorar, das ihn auf immensen Kosten für Kopisten und Choristen und fürs Orchester sitzen ließ; Barrieren allüberall! Aber dann Triumph! Sieg! Mit Pauken- und Trompetenkompanien! Trotz einer Uraufführungspanne, bei der natürlich eine Schnupftabaksdose die Hauptrolle spielte! Und das bei einer Musik zum Tode, der „Grande Messe des Morts“. Einer höchst erregenden, aufgepeitschten, massensensiblen Sterbemusik. Ein einziges riesig komponiertes Ausrufezeichen, wie mit Flammenfarben in den Jahrhunderthimmel gefetzt. Man kommt bei diesem Mann ja sowieso aus dem Ausrufezeichen-Setzen kaum heraus. 

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