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Fokus Beatrice Rana: Poesie in jeder Note

Von ihrer Heimat Apulien zog Beatrice Rana aus, die klassische Musikwelt zu erobern. 2023/24 nimmt der Musikverein die dreißigjährige Pianistin in den Fokus und widmet ihr einen eigenen Schwerpunkt mit drei Programmen, in denen sie ihre Stilsicherheit in einem weitgefächerten Repertoire unter Beweis stellen kann.

© Simon Fowler | Warner Classics

Ihre ausgeprägte Liebe zum Klavier wurde Beatrice Rana in die Wiege gelegt. 1993 als Tochter zweier Pianisten geboren, erlebte sie, eingebettet in einen süditalienischen Familienverband, eine glückliche Kindheit, in der das Klavierspielen selbstverständlich zum Rhythmus ihres Lebens gehörte. Schon früh erhielt sie ihren Klavierunterricht bei Benedetto Lupo am Conservatorio di Musica Nino Rota in Monopoli nahe Lecce, ihrer Heimatstadt. Hier studierte sie auch Komposition, ergründete dabei die musikalischen Welten quer durch die Musikgeschichte und profitierte nachhaltig davon. Ihr umfassendes Repertoire und ihr stilsicherer Umgang mit Werken unterschiedlicher Epochen sind auch das Resultat dieser frühen, reichen Lehrjahre. Nach dem Diplom verließ sie den heimatlichen Süden in Richtung Norden, um ihr Klavierstudium bei Arie Vardi in Hannover fortzusetzen, ehe sie erneut Schülerin von Benedetto Lupo wurde – nun an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom, wo sie seither lebt. Von hier aus reist sie als Solistin in die Musikzentren der Welt, ist Gast bei führenden Orchestern Europas, Asiens und der USA und zählt Dirigenten wie Riccardo Chailly, Mirga Gražinytė-Tyla, Paavo Järvi, Zubin Mehta, Yannick Nézet-Séguin und Trevor Pinnock zu ihren Partnern.

Die Aufmerksamkeit der Klassikwelt hatte sich erstmals auf Beatrice Rana gerichtet, als sie mit achtzehn Jahren beim Internationalen Klavierwettbewerb in Montréal den Ersten Preis und sämtliche Sonderpreise gewann. „Ich war mir so sicher, dass ich es nicht ins Finale schaffen würde, dass ich kein zweites Kleid mitgebracht hatte“, erinnert sie sich in einem Interview. „Aber stattdessen …“ Weitere Preise folgten, etwa der Zweite Preis beim Van-Cliburn- Wettbewerb, bei dem ihr auch der Publikumspreis zugesprochen wurde. Von da an nahm ihre Karriere gehörig Fahrt auf: Sie erhielt Engagements bei internationalen Veranstaltern und Orchestern, 2015 unterzeichnete sie einen Schallplatten-Exklusivvertrag, 2017 gründete sie ihr eigenes Kammermusikfestival Classiche Forme in Lecce, 2020 übernahm sie in ihrer Heimat die künstlerische Leitung des Orchestra Filarmonica di Benevento. Das breite Spektrum der jungen Künstlerin ist in ihrer vielfach preisgekrönten Diskographie dokumentiert, die Prokofjews Zweites und Tschaikowskijs Erstes Klavierkonzert ebenso enthält wie Bachs „Goldberg-Variationen“, Bernsteins Zweite Symphonie „The Age of Anxiety“, Werke von Strawinsky und Ravel sowie, jüngst erschienen, die Klavierkonzerte von Robert und Clara Schumannn.

© Simon Fowler | Warner Classics

Das Konzert von Robert Schumann ist nun auch Teil ihrer Schwerpunkt-Konzerte im Musikverein. Beatrice Rana ist gebannt von der „Poesie, die wirklich in jeder Note steckt. Die Dialoge zwischen dem Klavier und dem Orchester – sie schaffen so viele schöne Momente …“ Sir Antonio Pappano, seit vielen Jahren wichtiger Wegbegleiter Ranas, und das Chamber Orchestra of Europe sind hier ihre Partner. Bei Mozarts Klavierkonzert KV 466 mit den Wiener Symphonikern steht dann eine weitere Schwerpunkt-Künstlerin der Musikvereinssaison am Pult: Karina Canellakis. Ihren Soloabend im Brahms-Saal, mit dem sie auch ihr Debüt bei der Gesellschaft der Musikfreunde gibt, beginnt Beatrice Rana mit einem Komponisten, der, wie sie findet, viel zu wenig Beachtung findet: Domenico Scarlatti, von dessen vielen Klavierwerken eine beachtliche Anzahl im Archiv des Musikvereins liegt. Beatrice Rana spannt den programmatischen Bogen von Scarlattis h-Moll-Fantasia, op. 28, über Castelnuovo- Tedescos Cipressi, op. 17, und eine Auswahl von Debussy-Préludes hin zu einer der anspruchsvollsten Kompositionen der Klavierliteratur, der h-Moll- Sonate von Liszt.

Ein Text von Ulrike Lampert.

Musikverein Wien, Innenaufnahme, Grosser Saal, Goldener Saal, Architektur, Orgel, Sitzreihen, Bestuhlung, Deckengemälde

© Dieter Nagl

Christian Thielemann

Christian Thielemann, Wien und der Musikverein – es ist eine Erfolgsgeschichte durch und durch. 2023/24 wird sie fortgeschrieben. Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien präsentiert auch in dieser Saison wieder einen Christian-Thielemann-Zyklus.

Musikverein Wien, Innenaufnahme, Grosser Saal, Goldener Saal, Architektur, Orgel, Sitzreihen, Bestuhlung, Deckengemälde

© Todd Rosenberg

Riccardo Muti

Man möchte dabei gewesen sein, 1973, beim Ball der Wiener Philharmoniker. Die Eröffnung dirigierte ein noch nicht ganz 32-jähriger Italiener, von dem man schon Wunderdinge vernommen hatte: Riccardo Muti. Der Musikverein sollte zu einer Heimat für ihn werden, einem Zentrum seiner Weltkarriere. 50 Jahre nach seinem Debüt widmet die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien ihrem Ehrenmitglied einen Saisonschwerpunkt: Riccardo Muti im Fokus.

Musikverein Wien, Innenaufnahme, Grosser Saal, Goldener Saal, Architektur, Orgel, Sitzreihen, Bestuhlung, Deckengemälde

© Mathias Bothor

Karina Canellakis

Sie ist auf dem besten Weg, die Konzertpodien der Welt zu erobern: Die New Yorker Dirigentin Karina Canellakis präsentiert sich als Künstlerin im Fokus.

Musikverein Wien, roter Teppich, Stiegenaufgang zum Grossen Saal und Brahmssaal

© Marco Borggreve

Santtu-Matias Rouvali

Santtu-Matias Rouvali ist gerade dabei, international durchzustarten. Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien nimmt den jungen finnischen Dirigenten 2023/24 in den Fokus: Santtu-Matias Rouvali am Pult der Göteborger Symphoniker, des Philharmonia Orchestra London und der Wiener Symphoniker.