
Die "Emporbringung der Musik in allen ihren Zweigen": so lautete das oberste Ziel der jungen Gesellschaft. Ihm dienten drei wesentliche Initiativen: Die Musikfreunde veranstalteten eigene Konzerte und setzten damit den entscheidenden Schritt zur Etablierung eines öffentlichen Konzertlebens in Wien.
Sie gründeten ein eigenes Konservatorium und leisteten auch damit Pionierarbeit: Das Konservatorium der Gesellschaft war die erste öffentliche Musikschule Wiens überhaupt. Sie erkannten die Notwendigkeit, musikhistorische Dokumente systematisch zu sammeln. So entstand das Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde, eine der bedeutendsten Musiksammlungen der Welt.
Von diesen drei Teilbereichen hat die Gesellschaft der Musikfreunde einen einzigen abgegeben. Das Konservatorium, zu klein geworden für den Andrang von Studenten aus der ganzen Monarchie, ging 1909 in staatliche Hände und wurde als "K.K. Akademie" zur Vorläuferin der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.
Bis dahin hatte das Konservatorium der Gesellschaft schon Musikgeschichte geschrieben. Neben anderen berühmten Lehrern unterrichtete Anton Bruckner hier als Professor für Harmonielehre, Kontrapunkt und Orgelspiel. Gustav Mahler und Alexander Zemlinsky, Leo£ Janà¢ek und Hugo Wolf drückten im Musikverein die Schulbank.
Die beiden anderen Bereiche, Konzertbetrieb und Archiv, werden seit fast zwei Jahrhunderten vom Verein getragen. Privates Engagement ist die Triebfeder des Unternehmens geblieben. Die persönliche Begeisterung der Musikfreunde prägt nach wie vor das persönliche Profil der Gesellschaft. Und Individualität bürgt seit fast zwei Jahrhunderten für Qualität.