Rezensionen
Freitag, 01.01. Die Presse / Wilhelm Sinkoviz
Neujahrskonzert: Graziöser Tanz durch die Luft
Mit Georges Prêtre eroberten die Wiener Philharmoniker wieder einmal Regionen, in denen die Luft für die meisten anderen Musiker zu dünn ist. Zündende Polkas und Galoppe waren bei Prêtre in besten Händen.
Konzertprogramm
Beim „Donauwalzer“ hatte man bereits abgehoben. Frei von jeglicher musikalischen Schwerkraft entwickelten sich da die Melodielinien. Die Musik schwebte. Und so, als würde zu einem imaginären Text gesungen, atmete jede Phrase frei, in ihrer jeweils eigenen, unwiederholbaren sprachlichen Rhythmisierung. Das sind die allerhöchsten interpretatorischen Weihen, die eine Partnerschaft von Dirigent und Orchester erhalten kann....
Rezension lesen
Samstag, 02.01. Wiener Zeitung / Christoph Irrgeher
Mit bezwingender Zärtlichkeit
Neujahrskonzert 2010: Der 85-jährige Dirigent Georges Prêtre bezauberte im Wiener Musikverein
Konzertprogramm
Diesen Kuss der ganzen Welt: Als Georges Prêtre zuletzt ein Kusshändchen zu den Saalgästen und Tausenden vor den TV-Geräten schickte, hatte er seine Mission glaubhaft abgeschlossen. Und das war ja kein Leichtes: Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, so sagte der Franzose vorab, sei nicht weniger als eine "Liebeserklärung an die ganze Welt".
...
Rezension lesen
Samstag, 09.01. Die Presse / Wilhelm Sinkoviz
"Zuhören, was der andere sagt"
Im jüngsten "Presse"-Musiksalon erzählte der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim von den Zusammenhängen zwischen Kunst und Leben und warum es nicht langweilig wird, sich mit Chopin oder Beethoven zu beschäftigen.
Konzertprogramm
Dirigieren muss gesund sein. Nicht umsonst sind wohl so viele Kollegen so alt geworden, was vielleicht daran liegt, dass es beim Dirigieren zur aktiven Vereinigung der physischen und geistigen Kapazitäten des Menschen kommt. Und dass Musik immer neu ist! Ich denke gern an Artur Rubinstein, der schon Ende achtzig war und immer noch die As-Dur-Polonaise von Chopin gespielt hat. Es ist ihm nicht langweilig geworden!
...
Rezension lesen
Sonntag, 10.01. Die Presse / Walter Weidringer
Schönheit der Schmerzen
Bruchlos: Harnoncourt und der Concentus mit Händel, Purcell.
Konzertprogramm
Was für eine Fallhöhe! Als siegreicher Feldherr tritt er auf, ein hochmütiger Muskelprotz, der glaubt, ihm würde einfach alles gelingen. Doch zum Schluss legt ihm Georg Friedrich Händel eine sanft schmeichelnde Trauerarie in die Kehle, einen Abschied unter Tränen von einer Geliebten, die nicht sein werden wollte. Apoll heißt der viril-ungestüme Werber, dem sich Daphne durch ihre Verwandlung in einen Lorbeerbaum entzieht – und Gerald Finley machte mit der kernigen Fülle seines wandlungsfähigen Basses ebensolchen Eindruck wie mit jenen feinen Pianissimo-Phrasen, mit denen er die stimmlich zarte, doch standhafte Nymphe in Gestalt von Sophie Karthäuser erfolglos umschmeichelte....
Rezension lesen
Sonntag, 10.01. Die Presse /
Musikverein: Arnold Schönbergs „Durchbruch“
Nach dem Philharmonischen unter Daniel Barenboim fehlt nur noch, dass man Schönberg in Wien auf der Straße pfeift.
Konzertprogramm
„...höchstens noch, dass man meine Melodien auf der Straße pfeift“, formulierte Arnold Schönberg einst auf die Frage nach seinen Zukunftswünschen. Ein Großteil des Publikums, das sich überhaupt für Klassik in ihrer jüngeren Ausprägung interessiert, fragt jedoch nach wie vor zurück: welche Melodien? Und doch: Im jüngsten philharmonischen Abonnementkonzert spielte man unter Daniel Barenboims Leitung Beethovens „Pastorale“ und dann Schönbergs „atonale“ Orchesterstücke op.16 und die zwölftönigen „Variationen“ op.31....
Rezension lesen
Mittwoch, 13.01. Wiener Zeitung / Daniel Wagner
Schönberg ist endlich bezaubernd
Konzert: Wiener Philharmoniker, Daniel Barenboim
Konzertprogramm
"Bezaubernd, dieser Schönberg. . .": Welch charmantes Attribut fand die fleißig applaudierende Dame im fünften philharmonischen Abonnementkonzert für Meilensteine der Zweiten Wiener Schule. Arnold Schönberg wäre vor Freude geplatzt. Endlich haben auch die Wiener Landsleut’ seine Musik enthaltenden Ideen erkannt!...
Rezension lesen
Freitag, 15.01. Wiener Zeitung / Marion Eigl
Die Nymphe betört – und die Königin stirbt
Konzert: Concentus Musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt
Konzertprogramm
Lange müssen Publikum und Apollo auf die Auftrittsarie der Daphne warten. Dann aber: Welch betörende Arie im 12/8-Sicilianorhythmus hat Georg Friedrich Händel für die keusche Nymphe geschrieben! Profund erfüllten Sophie
Karthäuser und der um sie werbende Gerald Finley ihre Rollen....
Rezension lesen
Sonntag, 17.01. Die Presse / Wilhelm Sinkoviz
Wenn Lang Lang quick 1000 Akkorde verschiebt
Mariss Jansons und das Bayerische-Rundfunk-Orchester eröffneten den "Presse"-Zyklus fulminant.
Konzertprogramm
Ovationen für das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und seinen Chefdirigenten zum Einstand des „Presse“-Zyklus im Goldenen Saal. Das erste Konzert 2010 begann gleich mit einem Aha-Erlebnis, denn mit dem „Konzert für Orchester“ von Witold Lutoslawski stand ein Werk auf dem Programm, das gleich bei der Erstbegegnung jegliche Skepsis gegenüber neuerer Musik zerstreut. Es gibt, lernt man da, Kompositionen, die nach 1950 entstanden, und doch von jener Qualität sind, die Kompositionen von Strawinsky oder Béla Bartók zu viel gespielten Reißern gemacht haben....
Rezension lesen
Montag, 18.01. Der Standard /
Schönheit unter Kontrolle
Musikverein: Orchester des Bayerischen Rundfunks
Konzertprogramm
Jedenfalls merkt man, dass der lettische Präzisionsmusiker, der vor einem Monat mit seinem zweiten Klangkörper, dem Amsterdamer Concertgebouw Orchestra, zugegen war, den Saal genießt und kennt - es herrschte bei beiden bayerischen Konzerten jederzeit Transparenz und Ausgewogenheit....
Rezension lesen
Dienstag, 19.01. Wiener Zeitung / Daniel Wagner
Bayerns Glanz, Chinas Gloria
Konzert
Konzertprogramm
Einer der Publikumslieblinge schlechthin zu Gast im Wiener Musikverein: Mariss Jansons sorgte mit "seinem" Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks beim zweitägigen Zwischenstopp im Goldenen Saal für gewohnten Glanz. Im Gepäck hatten die weltweit gern gehörten Rundfunksymphoniker eine ungemein einfühlsame, fein ziselierte Interpretation von Ravels zweiter "Daphnis et Chloé"-Suite (für deren Einspielung die Bayern 2008 den Echo-Klassik-Preis erhielten)....
Rezension lesen
Freitag, 29.01. Die Presse /
Quartette: Haydn-Jahr – war da was?
Das Juilliard- und das Hagen-Quartett spielten in Wien.
Konzertprogramm
uartett spielten in Wien.
Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken Vorlesen AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren
Das Haydn-Jahr 2009 ist vorbei, man kann zur Tagesordnung übergehen – und der im vergangenen Jahr so Gefeierte an an seine angestammte Position zurückkehren: an den Konzertbeginn, als Lieferant gefälliger Einspielstücke. Dass ausgerechnet das Juilliard-String-Quartett, eine der großen US-amerikanischen Legenden – es feiert 2011 den 65er! –, diese Woche im Brahmssaal des Wiener Musikvereins Anlass zu dieser Vermutung geben würde, war nicht zu erwarten gewesen. Immerhin hat sich das Juilliard vier Grammys ergeigt, allerdings nicht in der heutigen Besetzung....
Rezension lesen
Freitag, 29.01. Wiener Zeitung / Christoph Irrgeher
Jazz auf Zehenspitzen
Saxofonist Klaus Gesing über einen neuen Zyklus im Musikverein und seine "feinnervige Kammermusik"
Konzertprogramm
Nun ist sie genommen, die letzte Wiener Bastion: Was in grauen Vorzeiten als "Negermusik" gescholten ward oder im modrigen Keller zumindest ein verruchtes Image genoss, das hält jetzt langfristig bei Wiens distinguiertestem Klassik-Veranstalter Einzug – am heutigen Freitag startet der erste Jazz-Zyklus des Wiener Musikvereins....
Rezension lesen